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Anfangen – Die Kunst der Unterforderung

Anfangen – Die Kunst der Unterforderung
von vor 4 Monaten 3026 mal angesehen Keine Kommentare

Sie wollen Ihr Leben verändern, aktiver werden, vielleicht sogar etwas abnehmen? Möchten Sie Kondition aufbauen, Kondition für 60 Minuten am Stück oder gar 10 Kilometer? Dann wollen Sie Läuferin oder Läufer werden!

Schon mal angefangen? – Ein Blick zurück

Der wievielte Laufversuch ist es für Sie? Ihr erster? Dann verrate ich Ihnen sogleich die ersten Tipps für einen perfekten Start. Sie haben es schon mal versucht und dann wieder aufgegeben? Sogar mehrfach schon? Kein Problem! Aufgeben war gestern. Erfolgreich Durchstarten ist heute. Wir wissen wie es geht und werden Sie Schritt für Schritt anleiten. Sie können sich jetzt schon für einen Volkslauf anmelden oder jetzt schon Kleidung in Ihrer Wunschgröße bestellen. Das wird garantiert etwas werden, mit Ihnen und der Lauferei.

Hoppla, das geht Ihnen zu schnell? Erst mal Erfolge sammeln und dann große Pläne schmieden? Auch einverstanden. Denn möglicherweise kennen Sie Menschen, die das Joggen bereits mal begonnen und dann doch wieder aufgehört haben. Und das begleitet von diesen enttäuschten Feststellungen:

„Laufen ist nichts für mich. Nach 10 Minuten kann ich nicht mehr.“

„Ich bin immer so schnell außer Atem.“

„Laufen macht mir einfach keinen Spaß.“

Ja, auch das kennen wir. Hören wir oft.

Das Laufen der anderen

Angefangen, gescheitert, aus dem Leben verbannt. Oder bisher zu schwach gewesen überhaupt mal erst anzufangen. Mit jeder persönlichen Niederlage wächst bei manchen Menschen die Ablehnung gegenüber dem Laufen. Um sich die Niederlage nicht eingestehen zu müssen, legen diese eine Schutzhaltung an, indem sie den Sport der anderen verurteilen. Gegenüber anderen Hobbyläufern folgen Sprüche wie:

„Wovor läufst du eigentlich weg?“

„10 Kilometer, das kann für die Gelenke aber nicht gesund sein.“

„Pass lieber auf, Laufen soll ja süchtig machen.“

Lassen Sie sich davon nicht beirren. Sie sind nicht die anderen und Sie werden erfolgreich sein. Vielleicht werden Sie sogar laufsüchtig werden, ja, könnte passieren.

Laufen kann süchtig machen

Wenn Sie die Freude an der Bewegung packt, die Lust sich selbst zu spüren, die eigene Kraft und Ausdauer. Und wenn Sie einfach immer wieder nur raus wollen, an die frische Luft, in den Park oder Wald, mal die Seele aus den Leib rennen, mal einfach nur die Gedanken beim ruhigen Joggen sortieren. Ja, Laufen kann süchtig machen. Ist aber kein Problem. Denn Laufen ist die gesündeste Sucht der Welt, schadet niemandem und ist – was den Suchtfaktor angeht – mit allen Dingen zu vergleichen, die man leidenschaftlich gerne macht. Sei es Schach spielen, Briefmarken sammeln oder Stricken. Nur eben viel, viel gesünder und lässt Sie länger leben.

Wer anfängt ist schon auf dem Weg zum Ziel

Sie haben Ihr Ziel im Kopf, Sie meinen es ernst. Stellen Sie sich vor, wie Sie künftig einmal nach einer Laufrunden wieder nach Hause kommen werden, die Stopptaste der schicken Sportuhr drücken und Ihre Zeit kontrollieren. Zufrieden machen Sie noch ein paar lockere Dehnübungen. Ja, genau so wird es kommen.

Vorsichtig anfangen und aber dann richtig durchstarten

Der Schlüssel zu einem erfolgreichen Start liegt in der persönlichen Unterforderung.

Ich fordere Sie auf, unterfordern Sie sich:

  • Wenn Sie zehn Minuten durchlaufen könnten, sollten Sie dies nicht tun, sondern nur drei Minuten laufen.
  • Wer zwei Kilometer schaffen kann, der sollte erst mal nur 500 Meter am Stück joggen und dann eine Gehpause einlegen.
  • Und wer so schnell ist einen Kilometer in nur 6 Minuten laufen zu können, der sollte sich lieber 8 Minuten dafür Zeit nehmen.

Viele denken, dass wer heute 10 Minuten am Stück laufen kann, der sollte dies auch machen, um beim nächsten Training 15 Minuten lang zu laufen. Das ist grundfalsch.

Die Kunst des erfolgreichen Starts als Sportler ist die körperliche Unterforderung. Man sollte gerade als Laufanfänger oder Wiedereinsteiger nicht an seine Leistungsgrenze gehen, sondern stoppen, bevor es der Körper tut.

Bedenken Sie: Sie sind stark. Sie haben die mentale Kraft das Training zu beginnen. Ihr Wille hat dies entschieden. Dann sollte Ihr Wille auch in der Lage sein zu entscheiden wann es reicht. Überlassen Sie diese Entscheidung nicht der Erschöpfung, sondern stoppen Sie, wenn Sie noch laufen könnten. Dieses Gefühl, dass Sie noch mehr hätten leisten können, dieses sollten Sie mit ins Bett nehmen und zufrieden einschlafen.

Und, motiviert? Dann legen Sie doch am besten gleich los!

Herzlichst,

Ihr Andreas Butz