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Brauchen Läufer Fleisch auf dem Teller?

Brauchen Läufer Fleisch auf dem Teller?
von vor 2 Monaten 6251 mal angesehen Keine Kommentare

Vollwertköstler können auf Fleisch verzichten

Um sich vollwertig zu ernähren, braucht der Mensch kein Fleisch. Und aus ökologischen und gesundheitlichen Gründen rate ich dazu, ganz auf Fleisch zu verzichten. Ideologische Überlegungen und die Frage: „Vegetarismus, ja oder nein?“ spielen für mich keine Rolle. Ich möchte Ihnen in diesem Beitrag erklären, wie eine gesunde und für Ausdauersportler leistungsfördernde Ernährung ohne Fleisch aussehen kann.

Sportlerernährung, die gesund hält

Sowohl bei Fleischessern als auch Vegetariern kommt es heutzutage zu Ernährungsfehlern, die Mangelzustände oder auch Überversorgung mit sich bringen. So genannte Pudding-Vegetarier meiden zwar Fleisch, ernähren sich dafür aber mit Produkten, die einen hohen Anteil von Auszugsmehlprodukten und Zucker enthalten. Und auch bei den Mischköstlern stimmt oft das Verhältnis von frischer Rohkost zu Fleisch und Wurstwaren nicht. Unbestritten ist, dass der aktuell hohe Verzehr an Fleisch und Fleischprodukten sowie Milch und Milchprodukten wesentlich zur Aufnahme von Gesamtfett, gesättigten Fettsäuren, Cholesterin und Purinen beiträgt. Sie sind zusammen mit dem Verzehr von isolierten Kohlenhydraten die Hauptursache für die Entstehung ernährungsbedingter Krankheiten. Da die beste Sportlerernährung diejenige ist, die uns gesund erhält, sollten Läufer weitestgehend auf Fleisch verzichtet.

Vegetarische Eiweißquellen

Der Wert von Fleisch für die Ernährung liegt in erster Linie an seinem Gehalt an Eiweiß, B-Vitaminen, Eisen, Zink und Selen. Um seine Eiweißversorgung zu decken, braucht der Mensch jedoch kein Fleisch. Getreide, Nüsse und Hülsenfrüchte sind wertvolle Eiweißlieferanten, die, in Kombination genossen, die biologische Wertigkeit von tierischem Eiweiß alleine übertreffen können. Eine hohe biologische Wertigkeit macht aber nicht den Wert der Nahrung aus. Entscheidend ist der Gehalt an weiteren essentiellen Nähr- und Vitalstoffen, oder die Belastung mit Umweltgiften.

Salat und Gemüse liefern Vitamin B12

Auch zur Deckung des Mineralstoff- und Vitaminhaushalts ist Fleisch nicht erforderlich. Pflanzliche Nahrung liefert alles was der Mensch benötigt in ausreichender Menge und hoher Qualität. Eisen, zum Beispiel, ist genügend im Getreide enthalten. Als Frischkornbrei und unter der Zugabe von Säurehaltigem gegessen, z.B. mit Zitronensaft beträufelt, wird es vom Organismus sehr gut verwertet. Vitamin B12 wird beim Menschen ausschließlich von Bakterien und anderen Mikroorganismen und Schimmelpilzen im Dickdarm hergestellt. Dies setzt eine gesunde Darmflora voraus, wie sie bei fleischloser Vollwerternährung mit einem hohen Frischkostanteil üblich ist. Geringe Mengen an Vitamin B12 kommen auch in milchsauer vergorenem Gemüse (Sauerkraut), Petersilie, Algen und Bier vor. Pflanzenfressende Tiere nehmen diese Mikroorganismen als Bestandteile der Erde mit der Nahrung zu sich. Daran kann sich ein Beispiel nehmen, wer Salate und Gemüse übermäßig putzt. Ein bisschen Erde hat noch niemandem geschadet, ganz im Gegenteil, vorausgesetzt Ihr Gemüse stammt aus ökologischem Anbau. Lässt man geschrotetes Getreide fermentieren, bildet sich ebenfalls Vitamin B12.

Der tägliche Mindestbedarf an B12 ist im Vergleich zu den meisten anderen Vitaminen sehr viel geringer. Ein Vitamin B12-Mangel entwickelt sich sehr langsam, bei schlechter Zufuhr oder mangelnder Eigenbildung in der Regel erst nach zwei bis drei Jahren, da in der Leber bis zu 5000 Mikrogramm gespeichert werden können. Am ehesten tritt ein Vitaminmangel bei sogenannten Pudding-Vegetariern auf, die sich zwar fleischlos, ansonsten aber nicht vollwertig ernähren.

Weiterführende Links zum Thema Sport und Ernährung

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Viel Erfolg und Freude am Training wünscht

Andreas Butz


Dieser Artikel erschien zuerst im Buch „Vitale Läuferküche. Volle Leistung durch vollwertige Ernährung“ von Gisela und Andreas Butz, mit 66 tollen Rezepten für Ihre Fitness.