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Die Erfolgsfaktoren für Ihr Lauftraining

Die Erfolgsfaktoren für Ihr Lauftraining
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Manche Läufer sind besser als andere. Sie trainieren nicht mehr, liefern aber dennoch die besseren Wettkampfergebnisse ab. Woran mag das liegen? Eine Frage, die viele Läuferinnen und Läufer beschäftigt. Was macht der Kerl, was macht die Läuferin da vorne anders als ich? Mit Talent, Trainingsfleiß und Trainingseffektivität kann man die meisten dieser Fragen beantworten. Ein gesunder Lebensstil rundet den Gesamterfolg ab.


Vier Erfolgsfaktoren für Ihr Lauftraining

1. Erfolgsfaktor: Talent

Innerhalb unserer Möglichkeiten - unserem Talent - können wir das Beste aus unserem Körper herausholen. Die muskulären Voraussetzungen, der Anteil von schnell und langsam kontrahierenden Muskelfasern, aber auch unsere Stoffwechselveranlagung entscheidet, wie wir auf Trainingsreize reagieren, und wie schnell sich der Körper an die geforderten Leistungen anpasst. Viele von uns kennen Menschen, die scheinbar essen können, was sie wollen und dennoch nicht zunehmen. Auch kennt man Sportler, die mit nur wenig Krafttraining Muskelberge aufbauen, für die andere deutlich mehr Zeit investieren müssen. Genetische Veranlagung liefert also einen Teil der Erklärung. Zum Beispiel kann ich einen Athleten so trainieren, dass er den Marathon in 2:30 Stunden schafft – das Wissen dazu habe ich. Selber jedoch kämpfe ich seit Jahren mit den drei Stunden als meiner persönlichen Schallmauer. Den eigenen Erfolg und Misserfolg allein mit dem Talent zu erklären, ist aber zu oberflächlich (Siehe auch: Marathonläufer oder Sprinttalent – die Gene entscheiden).


2. Erfolgsfaktor: Fleiß

Der Erfolgsfaktor Trainingsfleiß, oft limitiert durch die privaten und beruflichen Rahmenbedingungen, setzt ebenfalls Leistungsgrenzen. Mit drei Trainingseinheiten pro Woche wird niemand die Drei-Stunden-Grenze knacken, je nach Talent reicht es noch nicht mal für vier Stunden. Die Summe der Trainings- und Wettkampfkilometer, über Wochen, Monate und Jahre, bereiten einen auf die nächsthöheren Leistungen vor. Hierbei geht es sowohl um die Erfahrung wie auch um die körperliche Anpassung. So kann sich beispielsweise das Herzkreislaufsystem viel schneller an längere Laufeinheiten anpassen als der Bewegungsapparat (Siehe auch: Das Sportlerherz). Ein Grund, warum viele der Schnellstarter – ich meine hiermit die „Von-0-auf-42-in-einem-Jahr-Typen“ – nach ihrem ersten Marathon mit Verletzungen zu kämpfen haben. Ihre Muskeln, Bänder und Sehnen hätten für einen Marathon mehr Zeit gebraucht als Kopf, Lunge und Herz benötigten. Daher sollte man seine sportlichen Ziele realistisch planen. Und für die meisten realistischen Pläne gilt: Es gibt keine zu großen Ziele, es gibt nur zu kurze Fristen.


3. Erfolgsfaktor: Traininseffektivität

Der dritte entscheidende Erfolgsfaktor für die eigene Leistung ist die Trainingseffektivität. Das Thema Effektivität ist eines meiner Lieblingsthemen, wenn ich bei meinen Seminaren und Vorträgen über das Laufen referiere. Der Gedanke daran, wie man möglichst viel aus der investierten Zeit herausholt, hat mich von Beginn meiner Karriere als Läufer und Trainer beschäftigt. Die Antworten auf diese Frage haben sich bei mir sogar bis in den Wortschatz durchgesetzt. Von Training spreche ich nur, wenn ich laufe, um einen Trainingsziel zu erreichen. Wenn ich mich hingegen von meiner Frau mit den Worten verabschiede: „Ich gehe eine Runde Laufen“, dann jogge ich ohne Hintergedanken an ein Trainings- oder Wettkampfziel rein aus Freude durch den Wald. Training ist Laufen mit System. Jede Laufeinheit folgt einem sportlichen Ziel. Im Optimalfall weiß der trainierende Athlet bei jedem Training, warum er gerade wie lang und wie schnell läuft. Er folgt einem Trainingsplan, einem Konzept, an dessen Ende eine wohldosierte Tapering-Phase zu der bestmöglichen Leistung bei einem Wettkampf führt. Hat er kein Konzept, dann risikiert er viele leere Kilometer (Siehe auch: Bloß keine "leeren Kilometer" sammeln). Wer tolle Ergebnisse ohne Trainingskonzept schafft, hat wahrscheinlich mehr Talent als andere, wird aber nie herausfinden, wozu er bei effektivem Training wirklich in der Lage wäre.


4. Erfolgsfaktor: Lebensstil

Mit Lebensstil meine ich insbesondere den mäßigen Alkoholkonsum, das Nichtrauchen und die nachhaltige Umsetzung einer gesunden und leistungsfördernden Ernährung. Auch in Bezug auf diese Komponenten erreichen einige Läufer ihre sportlichen Ziele, trotz Rauchens oder regelmäßigen Biertrinkens. Sie setzen schlicht andere Prioritäten als Sportlerinnen und Sportler, für die Laufen auch etwas mit gesundem Lebensstil zu tun hat. Fakt ist, dass Rauchen und Alkohol die Leistungsfähigkeit reduzieren und die Regeneration verlangsamen. Regelmäßiges Training, ein besseres Köpergefühl und die wiederentdeckte somatische Intelligenz sind für viele Läufer sogar Grund, das Rauchen zu lassen und den Alkoholkonsum einzuschränken. Wer dann noch erkennt, dass eine leistungsfördernde Ernährung nichts mit Energy Gel, Kohlenhydratriegel und isotonischen Sportlergetränken zu tun hat, sondern vielmehr das Ergebnis einer gesunden Alltagskost ist, der macht beim Erfolgsfaktor Lebensstil noch mehr richtig (Siehe auch Höchstleistung ohne Reigel, Gel & Co.).


Fazit

Welche der vier Erfolgsfaktoren nun am wichtigsten ist, lässt sich nicht sagen. Das ist sicherlich auch von Läufer zu Läufer unterschiedlich. Man sollte immer wieder mal die Dinge, die man selbst in der Hand hat, überprüfen:

  • Trainiere ich ausreichend?
  • Trainiere ich systematisch genug?
  • Und passt mein Lebensstil zu meinen sportlichen Ansprüchen?

Wer dies regelmäßig macht, der wird nicht nur viel Freude, sondern garantiert auch anhaltenden Erfolg beim Laufen haben. Und für die Erfolgsfaktoren Trainingsfleiß und Trainingseffektivität kann ich Ihnen mit den Laufcampus Laufkursen und Trainingsplänen etwas Unterstützung bieten. Und meine Frau trägt zum Thema Lebenstil hier im Blog einige leckere Rezepte bei.

So oder so: Ich wünsche Ihnen ganz viel Freude am und beim Laufen,

Ihr Andreas Butz