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Wie man gute Fotos macht und damit Reichweite erzielt

Wie man gute Fotos macht und damit Reichweite erzielt
von vor 1 Monat 1847 mal angesehen Keine Kommentare

Laufend fotografieren und in sozialen Medien erfolgreich teilen

Andreas Butz im Interview mit Topfotograf Norbert Wilhelmi

Norbert Wilhelmi ist Deutschlands meist beschäftigter Laufsport-Fotograf. Und das mit Recht und schon seit vielen Jahren. Seine Fotos erscheinen nicht nur in Deutschen Medien sondern weltweit. Für die Laufcampus Akademie bietet er einen Instagram Workshop an. Was ein gutes Foto ausmacht und wie es auch Hobbyfotografen und Läufer gelingt selbst mit dem Smartphone gute Fotos zu machen und auf Instagram Reichweite zu erzielen, dazu hat der Laufexperte Andreas Butz den Fotoexperten Norbert Wilhelmi befragt.

Andreas: Norbert, die Laufszene kennt dich als Fotograf. Erzähl mal, was und wen fotografierst du?

Norbert: Meine Fotos drehen sich um den Ausdauersport. Laufevents und Läufer stehen im Focus meiner fotografischen, na ja Arbeit kann man nicht sagen, meiner fotografischen Profession.

Wow, das klingt nach tollen Reisen und spannenden Persönlichkeiten, die du schon getroffen hast. Gab es besondere Highlights in deiner Karriere als Fotograf, besondere Menschen, die du getroffen oder Situationen, die du erlebt hast?

EliudKlar, es ist total spannend, gerade bei den Läuferportraits so viel über deren Werdegang, ihr Training und ihre Motivation zu erfahren. Ich kann gar nicht sagen, welches Treffen oder welches Event da besonders vorzuheben ist. Natürlich ist es immer toll, die Stars aus unserer Szene zu treffen, die ja erst einmal für uns unnahbar erscheinen. Wie das Treffen 2019 mit Kipchoge in Eldoret, Kenia, wo er auf mich zu kam und mich mit den Worten „You make the great photo“ begrüßte. Er meinte das Foto, wo er in Berlin nach seinem Weltrekord sofort zu seinem Trainer lief und ihn umarmte. Na ja, er konnte sich gut an mich erinnern, es gibt ja nicht so viele Fotografen mit weißen Haaren. Dieses Foto ist in Kenia sehr bekannt und machte mir einige Türen dort auf. In diesem Jahr durfte ich als erster Fotograf in das Trainingslager von Brigit Kosgei. Sie stellte 2019 in Chicago den langjährigen Weltrekord von Paula Redcliffe ein. Ich durfte Brigit beim Training, in ihrem Camp und dann auch zu einem Tee in ihrem Haus begleiten.

Aber es sind nicht nur die Stars, die mir Spaß machen. Gerade im Augenblick treffe ich so viele wunderbare Läufer durch meine Aktion Fotoshooting Reise. Hier fotografiere ich neben den deutschen „Laufstars“ sehr viele wirklich engagierte „Hobbyläufer“. Das macht einen heiden Spaß.

Das klingt so, als ob du permanent unterwegs bist. Wie viele Tage im Jahr bist du unterwegs und wie viele Events fotografierst du einem „normalen“, also coronafreien Jahr?

Ja, das ist schon so. In diesem Jahr hält sich das durch Corona allerdings in Grenzen. Im letzten Jahr war ich viel in Deutschland, Europa, New York, China und Hawaii und dann im Februar diesen Jahres noch mal in Kenia unterwegs, dann kam der große Break. Schade, aber auch in Deutschland gibt es viel zu fotografieren.

Was macht aus deiner Sicht ein gutes Sportbild aus?

Das ist eine schwierige Frage. Für mich sind die Bewegung und die Emotion wichtig. Dies so fest zu halten bedeutet, jede Sekunde hinschauen, sich von der Atmosphäre einfangen. Absolut aufmerksam im „Jetzt“ sein und dann natürlich im richtigen Moment auslösen. Nimm dieses eben besprochene Fotos von Kipchoge und seinem Trainer. Die meisten Fotografen warteten im Ziel darauf das der „Zweite“ einläuft. Ich war so gefangen von dem grandiosen Lauf Kipchoges, seiner Mimik und seinen Emotionen, dass meine Kamera ihm fast automatisch folgte und damit dieses Foto entstand. Also, ein tolles Lauffoto entsteht, wenn das Herz dabei ist und natürlich die Technik ohne nachzudenken passt. Und so ein Foto ist dann meistens auch ein tolles Sportfoto.

Die meisten Lauffotos entstehen von Begleitern von Läufern an der Rennstrecke oder von Lauftrainern, die bei Laufkursen oder Laufseminaren fotografieren. Ach ja, und Selfies beim eigenen Training boomen. Das Smartphone ist hier der meist gezückte Fotoapparat. Kannst du wenigstens drei Tipps verraten, auf die man achten sollte? Ich denke da an so etwas wie Serienbild als Grundeinstellung? Ist das richtig?

Ja, da hast Du recht, in jedem Fall sollte man die Serieneinstellung aktivieren, dann ist natürlich der Aufnahmewinkel sehr wichtig, also ab auf die Knie. Am wichtigsten ist die richtige Planung, an welcher Stelle hebt sich der Läufer oder die Gruppe am besten vom Hintergrund ab, soll vielleicht der Ort wo der Lauf stattfindet im Bild sichtbar sein usw. Bevor ich zum Beispiel einen Marathon fotografiere, suche ich mir genau diese Punkte aus, wo ich dann auf die Läufer warte und zum richtigen Zeitpunkt auslöse. Ja und wenn es dein Handy zulässt, ist es gut, auf die automatische Belichtung zu verzichten und schon vor dem Shoot das Handy so einzustellen, dass ein optimales Bild entsteht. Ok, das waren jetzt vier von vielen Regeln die auch dem „Handyfotograf“ helfen, ein gutes Foto hinzubekommen.

Du bietest nun bei Laufcampus einen Instagram Workshop an. Warum braucht es solch einen Workshop? Ich als Instagram-Laie dachte, es reicht ein schönes Foto zu haben, ein Quadrat als Bildausschnitt zu wählen, das passende Hashtag wie #laufen zu ergänzen und dann auf „Veröffentlichen" zu klicken?

Durch meine Arbeit habe ich natürlich automatisch mit allen Medien zu tun, in denen Bilder gezeigt werden und gerade im Instagram spielt das Bild eine sehr große Rolle. Aber es ist natürlich auch nicht nur das Bild, es gilt viele Dinge zu bedenken, damit Dein Bild auf Instagram auch wirklich viele Deiner Freunde oder Deiner Zielgruppe sehen. Was nutzt das schönste Foto, wenn es keiner anschaut? In den letzten Monaten habe ich mit Franzi Dietz, @franzi.ederseeruner, sehr viel getestet und ausprobiert. Heute erreichen wir eine Engagement-Rate von über 14% für unsere Posts. Wir hätten nie erwartet, dass gezielte Arbeit in Instagram solche Auswirkungen hat. Vergleichbare Accounts liegen bei einem Wert von um die 8%, selbst wenn hinter dem Account bekannte deutsche Läufer oder Läuferinnen stehen. Das hat uns motiviert und tiefer in das Thema einzusteigen und unser Wissen in dem Bereich weiterzugeben.

Was noch wird man beim Instagram Workshop lernen?

Wir beginnen mit dem einfachen Erstellen des Accounts, denn hier werden schon viele Fehler gemacht, die sehr einfach zu vermeiden sind. Wir reden über den richtigen Zeitpunkt der Posts über die notwendige Technik, die Statistik und natürlich die praktische Umsetzung. Im Verlauf werden wir viele, na ich will nicht sagen Tricks, viele Notwendigkeiten kennen lernen um einen Account gut zu führen und die einzelnen Posts überdimensional bekannt zu machen. Wir helfen Ziele festzulegen und dies mit so wenig Zeitaufwand wie möglich umzusetzen. Daher gehen wir auch auf die Werbemöglichkeiten ein die auch bei kleineren Budgets zum Erfolg führen.

Viele empfehlen, man müsse selbst sehr vielen Leuten auf Instagram folgen, deren Bilder permanent liken und viele Kommentare abgeben, damit man selbst auch erfolgreich ist. Das klingt nach sehr viel Zeitaufwand. Geht dies auch einfacher, wenn man sich als Läufer oder Trainer in Szene setzen möchte?

Da bist du schon ganz schön auf dem Weg zum Erfolg für deinen Instagram Account. Kurz gesagt, wenn Du möchtest, dass sich Deine Zielgruppe engagiert und du Likes und Kommentare und damit eine hohe Reichweite bekommst, dann musst Du Dich selbst auch engagieren. Warum soll dich jemand beachten, den Du nicht beachtest?

Und was macht dagegen einen Influenzer oder Micro-Influenzer aus? Wann kann man sich dazu zählen und wie viele Stunden pro Tag muss man dann investieren?

Es gibt verschiedene Kategorien von Instagram Accounts, hinter denen auch unterschiedliche Absichten stehen. Der Eine möchte nur seine Katzenbildchen seinen Freunden zeigen, der Nächste sein Image aufbauen, ein Anderer seine Produkte an den Mann bringen und vielleicht möchtest Du eine Laufgruppe in einer kleinen Stadt gründen und aktivieren. Es geht weniger darum, wie viele Follower Du hast, sondern, dass Du einen möglichst großen Teil deiner Zielgruppe erreichst. Aber Du bist selber im Marketing fit genug, um diese Mechaniken zu kennen und das ist im Instagram nicht anders. Wenn ich mit 2.000 Followern meine Zielgruppe komplett erreiche, ist mein Ziel erreicht und ja, dann bin ich ein Influenzer, obwohl ich dieses Wort nicht mag.

Zum Abschluss, wie viele Teilnehmer dürfen am Workshop teilnehmen und welche Anforderungen und Kenntnisse benötigt man?

Also ich würde mich freuen, wenn wir so acht bis zwölf Leute sind. Gerade haben Franzi und ich einen Workshop in Kassel, da waren neun Leute, das war wirklich gut. Wir konnten auf jede individuelle Ausrichtung eingehen und haben für diese Gruppe auch im Nachhinein eine WhatsApp Gruppe angelegt, wo die Teilnehmer sich auch nach dem Workshop gegenseitig unterstützen, Erfahrungen austauschen und die eine oder andere Frage stellen können.

Vielen Dank für das Gespräch, wir sehen uns am 22.11.2020 zum Workshop, ich freue mich schon drauf!