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Alleine ist gut, in der Gruppe ist Laufen noch besser

Alleine ist gut, in der Gruppe ist Laufen noch besser
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  • Vier von fünf Laufanfängern hören schon nach wenigen Wochen wieder auf. Warum? Weil der Schweinehund stärker war als die Anfangsmotivation.
  • Jeder dritte Marathonläufer bricht rund um Kilometer 30 ein. Warum? Weil das Training nicht optimal und die Renntaktik falsch waren.
  • Ebenfalls jeder dritte Läufer leidet einmal pro Jahr an Sportverletzungen. Warum? Weil zwar die Kondition gut, aber Lauftechnik und allgemeine Athletik mangelhaft sind.

Kann man all diese persönlichen Niederlagen vermeiden? Nein, nicht alle, aber die meisten! Ein Lösungsweg sind geführte Laufkurse.


Eigentlich ist Laufen ganz einfach

Klar, Laufen ist eigentlich etwas ganz Einfaches. Es liegt in unseren Genen, haben wir schon im zweiten Lebensjahr begonnen. Und doch... Als wir das Laufen zwanzig, dreißig Jahre später wiederentdeckt haben, mussten wir es neu lernen. Denn wir haben uns verändert, unsere Füße, unser Gewicht und unsere Motivation. Jetzt wollen wir abnehmen, uns mit anderen messen, neue persönliche Herausforderungen meistern. Wir wollen unsere alte Fitness wiederhaben, unsere Jugendlichkeit, unsere Spritzigkeit und unsere Ausdauer. Und während wir das erste Laufen spielerisch gelernt haben, drillt uns jetzt unser Ehrgeiz. Oder der Erwartungsdruck unserer Freunde, die uns mit einer Wette zum Marathon verleitet haben. Oder der Hausarzt, der uns ganz klar die Meinung gesagt hat: „Entweder Sie bewegen sich mehr oder Sie landen früher in der Kiste als nötig!“ Oder das Spiegelbild das ganz klar signalisiert: Mensch, du sahst auch schon mal besser aus.

So oder so, fast jeder steigt irgendwann mal wieder in Sportschuhe und tut etwas für seine Fitness. Und trotz Fitnessstudio, Tennis oder Walking, der günstigste, bequemste, effektivste und schnellste Weg, fast all seine persönlichen Fitnessziele zu erreichen, ist das Laufen. Kostet fast nix, geht überall und ohne Partner (also ohne die beliebtesten Ausreden ;-) ). Ein paar gute Laufschuhe und ab in die Natur. Ein Anfang ist schnell gemacht und die ersten Erfolge stellen sich schon bald ein. Und dann das: die oben beschriebenen Rückschläge treten auf.


Tipps durch YouTube, Blogs und Bücher nicht ohne Risiko

Abhilfe schafft fachmännischer Rat. Laufbücher sind toll, um sich Ratschläge und Trainingstipps abzuholen. Ich habe selbst einige Bücher geschrieben und freue mich über jeden Leser. Der Nachteil von Büchern ist jedoch, dass man sich seine Lieblingsthemen raussuchen kann, zum Beispiel die Seiten mit den Trainingsplänen. Und die lästigen „Füllkapitel“, wie Athletiktraining und vollwertige Ernährung, kann man einfach überblättern. Funktioniert bei Läufer Blogs und YouTube genauso einfach. Der Suchbegriff führt zielgenau zum gewünschten Thema, wobei wir das lästige Lockern und Dehnen gezielt umgangen haben. Und dann fragen wir uns, warum trotz der tollen Laufschuhe und Trainingspläne diese doofe Verletzung oder bei Kilometer 32 der Mann mit dem Hammer kommen.


Lösungsansatz: Laufkurse oder Personal Trainer

Nur was für die Reichen? Nein! Lassen Sie uns daher über Geld reden. Was kosten ein paar gute Laufschuhe? Aktuell zwischen 100 und 140 Euro. Was kostet eine Personal Trainerstunde? Fast immer unter 100 Euro. Und ein zwölfwöchiger Laufkurs? Meist 120 Euro. Und was ist besser als sich in neuen Laufschuhen eine Achillessehnenreizung zu holen? Eben: den optimalen Laufstil zu erlernen und erst dann die neuen Schuhe zu kaufen.

Eine Personal Trainerstunde oder zwölf Wochen Laufkursbetreuung kosten meist weniger als ein neues Paar Laufschuhe. Aber der Personal Trainer übt mit Ihnen 1-zu-1 (in den alten oder neuen Laufschuhen) wie Sie Lauftechnikübungen, das Lauf-ABC, das Sie bei YouTube entdeckt haben, auch wirklich korrekt ausführen. Oder der Lauftrainer im Laufkurs führt Sie als Anfänger nicht nur Schritt für Schritt zum 10-Kilometerlauf, er vermittelt Ihnen auch von Anfang an das gesunde Mittelfußlaufen.

Und der innere Schweinehund? Vergessen Sie den. Eine Verabredung zum Laufen, mit dem eigenen Trainer oder einem Trainer für eine ganze Laufkurs-Gruppe, ist stärker als jedes Gesäusele des Schweinehunds. Wenn die Freunde auf einen warten, dann zweifelt man nicht, dann ist die Motivation da. Egal ob in der dunklen Winterzeit oder wenn ein Sommerregen niederschlägt.


Lauftreffs gibt es schon seit über 40 Jahren

Der DLV hat schon Mitte der Siebziger die ersten „Lauf-TREFFs“ gestartet. Ziel war schon damals die Menschen zum Laufen zu bringen. Die Lauftreff-Idee folgte der TrimmTrab-Bewegung. Manch einer erinnert sich noch – oder verzweifelt noch immer daran – an das Trimming 130 – der damals empfohlenen Herzfrequenz. Seither trifft man sich an vielen Orten Deutschlands einmal pro Woche zum gemeinsamen Laufen. Die Regeln sind einfach: Hinkommen, die richtige Gruppe aussuchen und mitlaufen. Immer eine Stunde lang, die Anfänger machen Gehpausen. Bei Überforderung das nächste Mal in der langsameren Gruppe mitlaufen. Das war’s an Programm, geleitet von einem Übungsleiter eines Leichtathletikvereins. Wer mehr will kann zum Vereinstraining kommen.


Hier ein YouTube-Video aus 1972 zum TrimmTrab


Laufkurse mit Lauftrainern

Laufkurse sind die professionelle Ergänzung. Im Gegensatz und den gratis und stets offen angebotenen Vereinslauftreffs sind Laufkurse meist geschlossen und kostenpflichtig. Geschlossen für Teilnehmer, die die Kursgebühr gezahlt haben. Und für diese Gebühr dürfen die einiges erwarten, nicht vom Übungsleiter eines Vereins, sondern von einem Lauftrainer, der dies im Haupt- oder Nebenberuf anbietet. Eine Frage nach den Qualifikationen und sportlichen Erfahrungen ist bei der Kurswahl immer ratsam.

Während Lauftreffs kein Ziel haben, außer eben Bewegung, folgen Laufkurse immer einem sportlichen Ziel. „Vom Anfänger zum Zehnkilometerläufer“, „Fit für den Halbmarathon“ oder „Vom Fersen- zum Mittelfußlauf“ sind mögliche Kursziele. Passend dazu gibt es meist einen Trainingsplan, der das Programm des Laufkurses vorgibt aber auch zum Eigentraining motiviert. Das Training ist entsprechend abwechslungsreicher als beim Lauftreff. Bei manchen wird Tempotraining angeboten, bei anderen sogar Maximalpulstests. Und Lauf-ABC-Übungen gehören fast immer dazu.

So oder so, ob gratis beim Lauftreff, gegen Mitgliedsgebühr im Verein oder gegen Gebühr beim Personal Trainer oder Lauftrainer beim Laufkurs, das Miteinander tut immer gut und ein guter Rat ist immer gratis aber nie umsonst. Wer zwei- bis dreimal pro Woche trainiert und sich einmal wöchentlich eine Extraportion Knowhow und Motivation beim Lauftrainer abholt, der wird seine individuellen sportlichen Ziele sehr wahrscheinlich deutlich schneller und leichter erreichen und seltener Rückschläge erleben.

Viel Freude am Laufen wünscht,

Ihr Andreas Butz