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Läufer leben sechs Jahre länger

Läufer leben sechs Jahre länger
von vor 25 Tagen 2131 mal angesehen Keine Kommentare

Warum Laufen das Leben verlängert

Laufen stärkt Herz und Knochen, schützt vor Demenz und kann helfen, Krankheiten zu besiegen. Wer zwei- bis dreimal pro Woche läuft, gewinnt Lebenszeit – im Schnitt sechs Jahre. Leider entdecken viele das Laufen erst dann für sich, wenn sie feststellen, dass sich etwas ändern muss. Weil der Rücken vom langen Sitzen im Büro schmerzt oder die Treppen in den dritten Stock eine immer größere Hürde darstellen. Zum Glück gibt es noch den Aufzug.

Laufen schenkt Lebensqualität

Eine mangelhafte Ernährung und wenig Bewegung sind die Stolperfallen der Zivilisation. Sitzen ist längst das neue Rauchen. Es schadet dem Bewegungsapparat und dem gesamten Organismus. Forscher sagen, sitzen habe eine ähnlich verheerende Wirkung wie Tabak inhalieren. Und Studien zeigen: Wer länger als sechs Stunden täglich sitzt, reduziert seine Lebenserwartung um 20 Prozent. Durchschnittlich legt der Deutsche täglich aber nur noch 700 Meter zurück, und das, obwohl der Mensch von seiner genetischen Ausstattung her ein Lauftier ist, sogar das ausdauerndste auf der ganzen Welt. Anders ausgedrückt: Wer nicht läuft, lebt gegen seine Natur. Erst verkümmert die Ausdauer, dann der ganze Mensch.
Deshalb: Laufen Sie! Und verleihen Sie damit, wie es die Weltgesundheitsorganisation WHO treffend mit „Adding life to years“ beschrieb, Ihrem Leben nachhaltig mehr Lebensqualität.

Laufen verjüngt, verbrennt Fett und macht gute Laune

Wer läuft, ist fitter im Alltag und erhöht nachweislich seine Chancen auf ein längeres Leben. Die 1976 begonnene „Copenhagen City Heart Study“ zeigte auf einer Datenbasis von 20.000 Männern und Frauen: Wer zwei- bis dreimal pro Woche insgesamt 60 bis 150 Minuten läuft, lebt im Schnitt sechs Jahre länger. Schaut man sich die Wirkungen des Laufens an, überrascht das nicht. Laufen ist ein Allheilmittel für ein gesundes Leben.

Das Fett schmilzt, die Muskeln wachsen. Sie werden schlanker, Ihre Figur athletischer. Ihr Gang richtet sich durch die verbesserte Haltung auf und Ihr kompletter Auftritt wirkt dynamischer. Der vormals vielleicht gekrümmte Rücken verschwindet. Die viele Zeit, die Sie als Läufer an der frischen Luft verbringen, spiegelt sich auch auf Ihrer Haut. Wer sich wenig unter freiem Himmel aufhält, hat eine Stubenhockerblässe, einen oft fahlen, grauweißen Teint. Die Läuferhaut wirkt hingegen gesünder, vom Tageslicht getönt. Und sie bildet ausreichend vom wichtigen Vitamin D. Dieses Vitamin ist ein wahrer Alleskönner. Unter anderem ist es für den Knochenaufbau und die Psyche wichtig. Laufen kann auch daher wesentlich zum seelischen Ausgleich betragen und glücklich machen. Eine positive, ausgeglichene Ausstrahlung ist bei Läufern ebenso auffällig, wie bei Anfängern schon nach wenigen Monaten ein sattes Minus auf der Waage.

Laufeffekte, die Ihr Arzt messen kann

Wenn Sie laufen, wird Ihr Arzt Ihr Freund. Denn egal was er misst – die Werte verbessern sich. Laufen regt den Stoffwechsel an, verbessert die Zuckerverwertung und den Cholesterinspiegel. Auch Ihr Ruhepuls sinkt. Das Herz ist ein großer Muskel, und wie ein Skelettmuskel wächst auch das Herz bei sportlicher Belastung. Mediziner sprechen von einem Sportlerherz. Der Effekt: Wenn das Volumen des Herzens größer ist, braucht es weniger Schläge pro Minute, um die gleiche Menge Blut durch den Körper zu pumpen. Rechnen Sie mal nach: Wenn Sie den Herzschlag durch regelmäßiges Laufen nur um zehn Schläge pro Minute senken, sind das mehr als fünf Millionen Schläge pro Jahr, um die Sie das wichtigste Organ entlasten.

Aber das ist längst nicht alles. Auch das Lungenvolumen wird größer, der Atem tiefer. Bereits durch 40 Minuten Laufen tanken Sie die zehnfache Menge an Sauerstoff im Vergleich zu Ihren nichtlaufenden Freunden. Alle Organe und das Gehirn werden besser durchblutet und dadurch mit mehr Energie versorgt. Kein Wunder, das Läufer auch im Alltag und Beruf länger fit sind.

Läufer schwitzen auch besser und scheiden so Körpergifte leichter aus. Ihre Glykogenspeicher legen zu, sodass den Muskeln bei Belastung mehr Energie zur Verfügung steht. Das Immunsystem wird gestärkt, die Infektionsgefahr verringert sich, folglich gehen die meisten Erkältungswellen an Läufern vorbei. Laufen mindert Schlafstörungen, Sie schlafen tiefer und länger. Die Dichte der Mitochondrien – das sind die Kraftwerke der Zellen – erhöht sich durch regelmäßiges Lauftraining, was die Fettverbrennung verbessert.

Bluthochdruck, erhöhte Blutzuckerwerte, bauchbetontes Übergewicht und Fettstoffwechselstörungen: Die Medizin spricht vom „tödlichen Quartett“, und jeder fünfte Deutsche über 18 Jahre ist davon betroffen. Doch Ausdauersportler nicht. Fragen Sie Ihren Hausarzt. Er kann die Effekte des Laufens messen.

Wieder fühlen, was der Körper braucht

Eine wunderbare Erfahrung machen vor allem Laufanfänger, sie entwickeln nach ein paar Trainingseinheiten wieder ihre somatische Intelligenz. Was das bedeutet? Man spürt dann wieder instinktiv, was einem gut tut, greift automatisch häufiger zum Apel und lässt dafür immer häufiger das Käsebrot liegen. Das kann mit der Zeit sogar eine sukzessive Veränderung des gesamten Lebensstils bedeuten. Wer zunächst vor allem läuft, um etwas für seine Gesundheit zu tun, lebt allmählich auch in anderen Bereichen bewusster. Achtsamkeit stellt sich ein. Ein Läufer achtet mehr auf sich. Der Griff zur Zigarette wird seltener, bis er ganz verschwindet. Statt Schnitzel, Currywurst, Pommes und Co. kommen immer häufiger vollwertige Gerichte auf den Teller. Wer früher bis in die Puppen vor dem Fernseher saß, geht möglicherweise früher schlafen. Schließlich wartet am nächsten Tag ja der Guten-Morgen-Lauf.

Laufsucht – die gesündeste Sucht der Welt

Severin Moser, CEO der Allianz Suisse sagt, er brauche seine tägliche Portion Bewegung, um sich wohl zu fühlen. Morgens um 6 Uhr findet der Top Manager die Zeit zum Laufen, spätestens um 8:30 Uhr sitzt er am Schreibtisch. Nach einem bewegten Start bewältigt er sein Arbeitspensum deutlich leichter als an lauffreien Tagen. „Wenn ich nicht trainieren kann, zum Beispiel weil ich einen frühen Flug nehmen muss, spüre ich einen großen Unterschied.“ Recht hat er. Dieses Glücksgefühl, das Runner’s High, macht Lust auf mehr. Laufsucht ist die gesündeste Sucht der Welt – sie tut niemandem weh und zaubert den Menschen ein Lächeln ins Gesicht.

Apropos längeres Leben: Die beiden Runningcamps 50plus, das Laufcamp 50plus im Oktober und das Laufcamp 50plus im März zählen zu den beliebtesten Laufseminaren auf Mallorca.

Und wenn Sie sagen, das kommt zu früh, nicht weil Sie noch keine 50 sind, sondern weil Sie noch Laufanfänger sind, dann stöbern Sie mal durch unsere Trainingspläne für Anfänger.

Weiterführende Links zum Thema Laufen und Gesundheit

Sehen Sie auch meine Beiträge zu Das Sportlerherz, Der Blutdruck, Abnehmen durch Laufen, wie geht das?, Der Energiestoffwechsel, Anfänger sollten täglich walken oder laufen!

Viel Erfolg und Freude am Training wünscht

Andreas Butz


Dieser Artikel erschien zuerst im Ratgeber Schwitzen für Erfolg - In Laufschuhen Karriere machen, von Andreas Butz und Dr. Axel vom Schemm – auch als E-Book erhältlich.