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Schadet es, wenn man täglich Joggen geht?

Schadet es, wenn man täglich Joggen geht?
von vor 5 Monaten 24689 mal angesehen Keine Kommentare

Frage: Ich möchte wissen ob es schadet, wenn man jeden Tag Joggen geht oder ob es vielleicht besser ist, wenn man nur jeden zweiten oder dritten Tag läuft? Ist tägliches Laufen ungesund?

Antwort: Laufen sollte man nur an Tagen, an denen man auch isst oder trinkt…

Bewegung ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Das sieht man am besten an spielenden Kindern, die den ganzen Tag toben können und das natürlich an jedem Tag in der Woche. Erst wenn Erwachsene die Kinder hinter Schulbänken zur Ruhe zwingen oder Eltern ihre Kinder vor Fernseher platzieren, wird die Bewegungslust nach und nach zurückgedrängt. 

Der Mensch ist von Natur aus ein Lauftier. Kein anderer hat dies für die Nachwelt so präzise in einem Satz festgehalten wie der tschechoslowakische Ausnahmeläufer Emil Zatopek: „Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft“.

In der Tat liegt tägliches Joggen in unserer Natur. Bis zu dreißig Kilometer am Tag, war der Aktionsradius unsere Vorfahren, der Sammler und Jäger, und deren Gene sind auch die unseren. Kein Wunder also, dass Nichtläufer es in nur 12 Monaten schaffen können vom Couchsportler zum Marathonläufer zu mutieren. Der Mensch ist ein Lauftier und wer nicht zwanzig Kilometer pro Tag läuft lebt im Sinne der Evolution unnatürlich.

Nun etwas konkreter: Heute dient Laufen nur noch in den seltensten Fällen der Flucht oder der Beschaffung von Lebensmitteln. Laufen ist für den Menschen zum Training geworden und genau hier liegen Chance und Gefahr für Täglichläufer. Um Fortschritte zu erzielen, reichen wöchentlich schon drei Trainingseinheiten, und vormals Nichtläufer können mit der Zeit zu passablen Zehnkilometerläufern, Halbmarathonläufern oder Marathonis werden. Wer aber gerne häufiger läuft, der kann dies durchaus machen, ihm fehlen aber wichtige Regenerationstage.

Das sind Tage an denen er sich vom Trainingsreiz der vergangen Einheiten erholt und dem Körper die Chance bietet sich durch Anpassung an die sportlichen Anforderungen zu gewöhnen. Dies wird umso wichtiger, je intensiver das Training ist. Wer häufig schnell läuft, belastet seine Bänder, Sehen und Gelenke mehr, als bei langsamen Laufeinheiten. Regeneration ist hier besonders wichtig. Wer hingegen in der Regel langsam läuft oder Nordic Walking betreibt, der kann bedenkenlos auch häufiger laufen, der Reparaturbedarf des Baustoffwechsels ist hier nicht so groß.

Gegen sieben wöchentlichen Einheiten im Supersauerstofflauftempo (SSL) oder langsamen Dauerlauftempo (LDL) ist als nichts einzuwenden, sieben Einheiten als zügiger Dauerlauf (ZDL) oder Renntempolauf (RTL) hingegen würden früher oder später zu Übertraining und Verletzungen führen. 

Wie eine effektive Woche für Täglichläufer aussehen könnte, dazu habe ich nachfolgend einen Vorschlag gemacht:

  • Mo: 40 min SSL
  • Di: 60 min Tempotraining (15 min LDL - 30 min Fahrtspiel - 15 min LDL)
  • Mi: 40 min LDL
  • Do: 40 min MDL
  • Fr: 60 min (10 min LDL - min ZDL - 10 min LDL)
  • Sa: 40 min SSL
  • So: 120 min LDL, zum Beispiel als OLaLa

Dieser Trainingsvorschlag kann natürlich nur exemplarisch dienen, kann aber vom Aufbau her sowohl für Laufanfänger (siehe Trainingsplan: "Schweinehund, ich besieg dich!") als auch Marathonläufer abgewandelt werden.

Für weitere Informationen zu den verwendeten Kürzeln und Farben vergleichen Sie bitte andere Artikel über die Laufcampus-Methode oder werfen Sie einen in meine Bücher. Oder noch besser, hole Sie sich gleich einen passenden Trainingsplan nach der Laufcampus-Methode.


Mein Training

Ihr trainiere wenn möglich mit großer Leidenschaft an sechs Tagen die Woche und kann den freien Tag aber auch richtig genießen.

Diese Leidenschaft wünsche ich auch Ihnen,

Ihr Andreas Butz