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Anfänger sollten täglich laufen oder walken!​

Anfänger sollten täglich laufen oder walken!​
von vor 2 Jahren 46106 mal angesehen 2 comments

Ein Mal ist keinmal. Zwei Mal ist Formerhaltung. Dreimal Training pro Wochen dient dem Leistungsaufbau. Drei- bis viermal ist optimal. Aber mehr muss nun wirklich nicht sein. So lautet die pauschale Laufcampus-Empfehlung zur Häufigkeit des wöchentlichen Ausdauertrainings. Ja, ab einer gewissen Erfahrung mögen diese Regeln richtig sein, doch für Anfänger, auch für absolute Walking-Neulinge muss die Devise anders lauten:


Walken oder laufen Sie täglich!

Täglich? Als Anfänger? Warum das denn?, werden Sie sich vielleicht fragen. Nun, das Schwierigste am Walken ist die Neulust in den zweiten Monat zu retten. Und dabei kann tägliches Walken hilfreich sein.

Viele, die schon mal begonnen haben zu walken oder laufen, können ein Lied davon singen. Es gab eine Initialzündung, der heilige Schwur an Silvester, die Freundin lud zum Lauftreff ein, oder die Waage signalisierte „Jetzt reicht’s!“ Sie sprangen in die alten Sportschuhe und begannen ein neues, sportliches Leben. Sie liefen 20 Minuten, der Schweiß rann Ihnen die Wangen herunter und mit hochrotem Kopf - aber glücklich - kamen Sie zu Hause wieder an. Der schwierige Anfang war gemacht. Der nächste Tag führte Sie in ein Sportgeschäft, neue Schuhe mussten jetzt her, eine Pulsuhr vielleicht noch. Ab jetzt hatten Sie kein Alibi mehr. Sie walkten am nächsten Tag gleich das nächste Mal, dann in der nächsten Woche auch noch drei Mal. Dabei wollten Sie bleiben. Zwei Tage Pause, einen Tag Walken. Oder auch mal drei Tage Pause? Schließlich war das letzte Mal Walken auch etwas schneller als sonst und Regeneration ist laut Laufcampus-Methode schließlich ein wichtiger Trainingsbaustein...

Es kam, wie es kommen musste. Eine Geschäftsreise verlängert die Trainingspause, ein Kurzurlaub mit Sightseeing kam dazwischen - da ist man ja wirklich genug auf den Beinen - und aus drei Tagen Walkingpause wurde eine ganze Woche und der Weg zum nächsten Training immer schwerer. Eigentlich hatten Sie gar keine so richtig große Lust mehr und wenn Sie von der Arbeit nach Hause kamen war es schon dunkel. So oder ähnlich ergeht es vier von fünf Lauf- und Walkinganfängern. Diese Zahl wurde einst vom Marktforschungsinstitut Allensbach untermauert das ermittelte, dass gut 16 Millionen Menschen in Deutschland angaben zu laufen, davon aber nur 3 bis 4 Millionen tatsächlich auch mehrfach die Woche. Die anderen 12 bis 13 Millionen können dafür Geschichten wie die vorangegangene erzählen.


So werden Sie zum "Dauerläufer"

Wie wird man aber zu einem wahren Dauerläufer, was ist das Erfolgsrezept? Die Lösung ist einfach: Sie sollten als Anfänger täglich laufen oder walken! Alles was der Mensch über mindestens vier Wochen täglich macht, das geht ihm in Fleisch und Blut über. Er gewöhnt sich dran. Ohne lange zu überlegen macht er es, er braucht es einfach. Ein vielleicht ungewöhnliches Beispiel aus einem anderen, auch sehr menschlichem Bereich. Ein Mensch mit unregelmäßigem Stuhlgang, der irgendwann damit anfängt sich jeden Tag nach dem Frühstück auf die Toilette zu setzen, der wird schon bald immer morgens müssen. Der Organismus gewöhnt sich dran, er gehorcht den Befehlen des Willens. Und so wird es Ihnen als Walkinganfänger auch passieren. Stellen Sie sich die Sportschuhe direkt neben das Bett. Walken Sie jeden Morgen nach dem Aufwachen 40 Minuten. Am Stück oder mit Gehpausen, auf dem Laufband oder draußen, alles ganz egal. Hauptsache langsam, ohne zu schnaufen, dafür aber jeden Tag. Sie werden es spüren, bald brauchen Sie den täglichen Ausdauersport, Sie brauchen die tägliche Sauerstoffdusche, es entwickelt sich ein Verlangen, weil Sie sich einfach fitter fühlen – nach dem Walken. Und wenn Sie es schaffen, vier Wochen täglich zu walken, dann hören Sie nie wieder auf, selbst wenn Sie später auch mal den ein oder anderen Tag pausiert. Täglich zu laufen ist auch der schnellste Weg um ein 1A Fettverbrenner zu werden.

Was hält Sie noch auf? Los geht's!


Über den Autor

Mein Name ist Andreas Butz (Jahrgang 1965). Ich laufe seit vielen Jahren mit großer Begeisterung, bin deutlich über 100 Marathons gelaufen und in der glücklichen Situation, schon 2001 mein Hobby zum Beruf gemacht zu haben. Ich schreibe Bücher, veröffentliche Trainingspläne, veranstalte Laufcamps und bilde mit der Laufcampus Akademie Lauftrainer in der Laufcampus-Methode aus.

Sie finden mich auch auf Facebook, hier mache ich regelmäßig offene Trainerstunden an denen Sie live teilnehmen können, zuhören und natürlich Fragen stellen können. Und wenn Sie mal mit mir laufen möchten, dann kommen Sie doch zu unseren Laufcampus Runningcamps auf Mallorca und in der Schweiz.

Uwe Gutzeit vor 6 Monaten at 21:04
Davon kann ich ein Lied singen. Bin von 120 Kilo auf 104 nach 5 Monaten runter, trotz Verletzungspause. Mittlerweile laufe ich 7 km durch. Und, ich brauch es wie die Blume das Licht
Timm vor 3 Monaten at 19:36
Ich sehe es genau so wie beschrieben, sogar in der oben genannten Geschichte, was alles dazwischen kommt ungeplant, finde ich mich wieder.

Ich begann schon vor Jahren mal zu joggen, der Wille war da.
Ich rauchte etwa 35 Zigaretten am Tag und konnte keine Kondition aufbauen, es war die reinste Qual. Ich hörte auf zu laufen.

Ich sagte mir, sobald du aufgehört hast zu rauchen, wirst du laufen. Übrigens, die Geschichte gibt es von mir hier (www.einfach-zum-nichtraucher.de).

Dann kam plötzlich alles zusammen. Das Nicht-Rauchen,
25 Kg zu viel, dazu hatte ich mir den Fuß sehr kompliziert im Vorjahr gebrochen und ich schwor mir, dass wenn ich ohne Probleme wieder gehen könnte, meinen Körper auch richtig nutzen will. Ich durfte für einige Monate bangen, ob ich jemals überhaupt ohne Gehbehinderung, oder humpeln, jemals wieder gehen, geschweigenden laufen könnte (mit 30). Und so sollte es sein. Mein Schwager (Sportlehrer) lief einige Male mit mir. Ich merkte das erste Mal, was ein krasser Unterschied es ist, nicht zu rauchen.Es war mir erstmalig möglich, aus meiner Anstrengung auch Ausdauer zu ziehen. Was passierte? Mein Neffe wurde geboren und er hörte auf. Ich mit ihm, erst einmal. Ih suchte mir einen neuen Jogging Partner und es befriedigte mich, dass ich nicht einfach aufgegeben habe sondern weiter gemacht habe.
Auch mein neuer Jogging Partner fiel aus, immer mal für 2 Wochen. Anfangs hörte ich auch auf, joggen alleine? Aber irgendwann packte mich der Ehrgeiz und sowieso die Lebenserkenntnis, dass wenn man etwas will, sich nie, nie, niemals von anderen abhängig machen sollte. ALso lief ich, erst 2 mal, dann 3 Mal, diese Woche waren es das erste mal 5 Mal. Und ich habe viel daraus gelernt, für alle anderen Lebensbereiche, über Willensstärke. Prokrastination und das man einfach alles erreicht, wenn man aufhört die Energie in "ich kann nicht", "ich will nicht" zu investieren und es einfach zu machen. Ehrlich. Ich habe erst kürzlich in 2 Tagen Lernstoff gelernt für meinen Beruf, den ich seit Jahren vor mir herschiebe und halbherzig das aller, aller nötigste gelernt habe. Mein Ehrgeiz ist geweckt. Es ist eine Art Persönlichkeitsentwicklung und all das beginnt mit unscheinbarem Joggen!